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Werbeverbote

Werbeverbote sind auf Bundesebene im Lebensmittelrecht geregelt, insbesondere in der Verordnung über alkoholische Getränke. Im Rahmen des Jugendschutzes (Jugendliche bis 18 Jahre) bestehen weitreichende Werbeverbote für sämtliche alkoholischen Getränke.

Diverse Kantone versuchen mit zusätzlichen Werbeverboten den Alkoholmissbrauch einzuschränken. Das Ziel in Ehren, aber hier wird der falsche Weg eingeschlagen. Kantonale Werbeverbote führen einzig und allein dazu, dass einmal mehr die regionalen Klein- und Mittelbrauereien gegenüber der Brau-Industrie benachteiligt werden.

Haben Sie sich schon folgendes gefragt?

Alle deutschen Privatsender machen TV-Werbung für Bier. Importbiere haben einen Marktanteil von über 15 %. Importbiere sind überproportional stark im Billigsegment (Denner, Aldi, Lidl) vertreten. Will man wirklich die billigen Importbiere zu Lasten der einheimischen Brauereien fördern?

Wichtige Sportveranstaltungen mit TV-Übertragung (Fussball, Eishockey, Tennis etc.) werden durch Brauereikonzerne gesponsert. Wird die nächste Übertragung auf Grossleinwand deshalb verboten?

Darf man Lastwagen oder Eisenbahnwagen inskünftig nicht mehr beschriften? Oder muss man die Beschriftung abdecken, wenn man die Kantonsgrenze überfährt?

Warum braucht es überhaupt Werbeverbote für Bier?

Seit 1990 ist der Pro Kopf Konsum von Bier in der Schweiz kontinuierlich rückläufig. Mit einem Pro Kopf Konsum von 55 Litern (Braujahr 2004/05) liegt die Schweiz weit hinter Österreich (108 Liter) oder Deutschland (112 Liter).
Zudem pflegen 90 % aller Biertrinker einen vernünftigen Konsum.
Werbeverbote wirken nur gegen die einheimischen Kleinbrauereien, das ist ungerecht.